{"id":45,"date":"2015-08-06T16:08:34","date_gmt":"2015-08-06T14:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ocwels.at\/?p=45"},"modified":"2015-08-06T16:08:34","modified_gmt":"2015-08-06T14:08:34","slug":"wie-viel-asyl-ertraegt-ein-land","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ocwels.at\/?p=45","title":{"rendered":"Wie viel Asyl ertr\u00e4gt ein Land?"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Tagen hat sich die Debatte um Asylanten in \u00d6sterreich in neue H\u00f6hen empor geschraubt. Will man den Medien glauben, dann ist dieses Land l\u00e4ngst schon unf\u00e4hig, die schier endlosen Ma\u00dfen an Fl\u00fcchtlingen respektabel unter zu bringen.<\/p>\n<p>Geht \u00d6sterreich angesichts der heuschreckenartigen Asylantenstr\u00f6me in die Knie?<\/p>\n<p>Sollten sich an dieser Stelle bereits ein paar ewig gestrige Neo-Nazis und andere &#8222;Patrioten&#8220; \u00fcber einen\u00a0deftigen Artikel aus ihren Reihen freuen, dann darf ich jene Gestalten gleich mal kr\u00e4ftig entt\u00e4uschen &#8211; ich bin \u00fcberzeugter Christ, ehrlich motivierter \u00d6sterreicher und ganz sicher kein Fremdenhasser gleich welcher Fasson.<\/p>\n<p>Warum also schreibe ich diesen Artikel und weshalb versteige ich mich in derartige Gedankeng\u00e4nge? Nun, es sind die Fakten, wie sie uns aktuell begegnen, die mich nachdenklich machen. Laut glaubhaften Medienberichten gibt es aktuell 350 Asylantr\u00e4ge pro Tag und f\u00fcr dieses Jahr gesch\u00e4tzte 80.000 Neuantr\u00e4ge f\u00fcr ein Asyl in \u00d6sterreich. Mit anderen Worten soll allein in diesem Jahr fast ein Prozent der Bev\u00f6lkerung durch Asylanten gestellt werden. Stellt man dem gegen\u00fcber, dass wir im Juli 375.000 Arbeitslose im Land haben, dann wird eben jene Arbeitslosenquote durch die Asylanten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf 455.000 Personen anwachsen. F\u00fcr jene, die lieber mit Prozenten arbeiten: Aus 8,1% werden 9,8% Arbeitslose nach nationaler Z\u00e4hlung. Und sollte sich am Fl\u00fcchtlingsstrom nicht bald was \u00e4ndern, dann wird diese Entwicklung munter weiter gehen&#8230;<\/p>\n<p>Grob vereinfacht ergibt sich daraus der Schl\u00fcssel, dass bei aktuellem AMS-Beitrag\u00a016 &#8211; 25 Arbeitnehmer einen Arbeitslosen finanzieren m\u00fcssen &#8211; geht nur nicht, weil ja nur 9 Arbeitnehmer auf einen Arbeitslosen kommen.\u00a0Also m\u00fcsste\u00a0die AMS-Versicherung von den maximal drei Prozent bald schon auf fixe 5% der Lohnsumme angehoben werden, damit das AMS auf lange Sicht liquide bleibt. (ein Arbeitsloser bekommt 55% des zugrunde gelegten Bruttolohnes)<br \/>\nIn Zeiten der vollmundig versprochenen Steuererleicherungen l\u00f6sen solche Zahlen ein wehm\u00fctiges Schmunzeln aus. Ich bin ehrlich gespannt, wann die Herren Hundstorfer und Schelling mit dieser Wahrheit heraus r\u00fccken.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich darf bei dieser langfristigen Problematik die aktuelle Not der Fl\u00fcchtlinge nicht \u00fcbersehen werden &#8211; aber auch die Kosten, die durch diese Not und das begleitende Missmanagement entstehen, gilt es zu beachten. Jeder Asylant besch\u00e4ftigt einen ganzen Stab an Beamten, Casemanagern und Sozialarbeitern. Obwohl die \u00f6sterreichischen M\u00fchlen in Asylfragen scheinbar derart langsam arbeiten, dass als Metapher gesprochen auf den Schaufelr\u00e4dern bereits das Gras zu wachsen beginnt, werden dennoch Stunden geschrieben und L\u00f6hne f\u00e4llig gestellt. Es ist also l\u00e4ngst nicht mit den unmittelbaren Lebenserhaltungskosten f\u00fcr Asylanten getan. Da folgt noch ein gigantischer Rattenschwanz an Betreuungs- und Amtskosten. Nochmals anders formuliert: derzeit m\u00fcssen j\u00e4hrlich zus\u00e4tzlich 1% der Bev\u00f6lkerung oder knapp 2% der arbeitsf\u00e4higen\u00a0Personen\u00a0vollst\u00e4ndig ausfinanziert und mannigfaltig betreut werden.<\/p>\n<p><strong>Jetzt stellt sich die grausame Frage, wie lange sich das unser Land in Wahrheit noch leisten kann. Denn das M\u00e4rchen vom reichen \u00d6sterreich kann angesichts der ganzen Skandale der letzten Jahre und der extrem hohen Armutsrate im Land kaum noch aufrecht erhalten werden.<\/strong><\/p>\n<p>Werden wir eines Tages so wie die Schweiz vor gut 80 Jahren sagen m\u00fcssen &#8222;Das Boot ist voll!&#8220; ? Werden wir zur Erkenntnis kommen, dass wir Asylanten fort jagen m\u00fcssen, damit das Boot \u00d6sterreich finanziell nicht kentert? Vom sozialen Schlingerkurs aufgrund schlechter Integrationsarbeit wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht zu reden beginnen. Ich sehe hier mit gro\u00dfer Sorge in die Zukunft, denn ich bin \u00fcberzeugter Anh\u00e4nger der UN-Fl\u00fcchtlingskonvention, aber ich stelle mir tats\u00e4chlich langsam die Frage, wie viel die \u00f6sterreichische Volkswirtschaft in Wahrheit noch stemmen kann, bevor unser Land selbst zum Krisengebiet wird.<\/p>\n<p>Ja, ich blicke mit gro\u00dfer Unsicherheit in die Zukunft und hoffe sehr, dass unsere Politiker endlich N\u00e4gel mit K\u00f6pfen machen &#8211; dass sie aber gleichzeitig jene N\u00e4gel nicht als Waffe gegen Asylanten verwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Tagen hat sich die Debatte um Asylanten in \u00d6sterreich in neue H\u00f6hen empor geschraubt. Will man den Medien glauben, dann ist dieses Land l\u00e4ngst schon unf\u00e4hig, die schier endlosen Ma\u00dfen an Fl\u00fcchtlingen respektabel unter zu bringen. Geht \u00d6sterreich angesichts der heuschreckenartigen Asylantenstr\u00f6me in die Knie? 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